OLED-Displays – Technologie und Vorteile
OLED-Displays (Organic Light Emitting Diodes) erzeugen Licht mittels organischer Halbleiterschichten. Jedes Pixel leuchtet dabei eigenständig, sodass – anders als bei LCD/TFT – keine permanente Hintergrundbeleuchtung nötig ist. Dies ermöglicht
echte Schwarztöne (Pixel aus =
schwarz, ohne Durchleuchten) und damit ein
Kontrastverhältnis von typ. 10.000:1 oder höher – wesentlich höher als bei herkömmlichen LCDs. Farben werden sehr
brillant und naturgetreu wiedergegeben, mit hoher Farbsättigung über breite Helligkeitsspannen. Zudem bleiben OLED-Farben aus nahezu jedem
Blickwinkel stabil (nahezu
180° Sichtwinkel ohne Kontrastverlust).
Ein weiterer Vorteil ist die
extrem schnelle Reaktionszeit. OLED-Pixel können binnen Mikrosekunden den Zustand wechseln – typ. <1 ms, verglichen mit 1–10 ms bei LCDs. Bewegte Bilder erscheinen dadurch gestochen scharf, ohne Nachleuchten oder Schlieren. Gleichzeitig begnügt sich ein OLED-Display in dunklen Anzeigesituationen mit deutlich
weniger Energie als LCDs, da lediglich die aktiven Pixel Strom ziehen (kein Grundrauschen durch eine immer eingeschaltete Hintergrundbeleuchtung). Dies reduziert auch die Wärmeentwicklung und kommt besonders
mobilen, batteriebetriebenen Geräten zugute.
OLED-Panels lassen sich außerdem
besonders dünn und leicht bauen, da keine LED-Beleuchtungsmatrix und Diffusorschichten erforderlich sind. Bereits vor über einem Jahrzehnt wurden OLED-Module mit <1 mm Bauhöhe gezeigt. Durch den schichtweisen Aufbau auf dünnen Substraten (Glas oder Kunststoff) sind auch
flexible OLED-Displays realisierbar. Solche biegsamen oder gebogenen OLEDs eröffnen neue Designmöglichkeiten – vom gewölbten
OLED-Display im Fahrzeugcockpit bis zu Wearables mit anpassbaren Anzeigen.
(Der vorhandene Kategorietext: „OLEDs bieten helle, kontrastreiche Grafiken mit kürzeren Reaktionszeiten, größeren Betrachtungswinkeln und geringerem Stromverbrauch als herkömmliche LCDs und VFDs. Hier finden Sie alle unsere OLED Displays, die als Zeichen- und Grafiktypen erhältlich sind. Wir bieten eine Vielzahl von Farben an, darunter Grün, Gelb, Blau, Weiß und Vollfarbe.“)
OLED vs. LCD/TFT – Unterschiede im industriellen Einsatz
Kontrast & Farben: Wie beschrieben bieten OLEDs
überragende Kontraste und intensivere Farben. Ein schwarzer Bildpunkt emittiert kein Licht, während bei LCDs stets etwas Restlicht der Hintergrundbeleuchtung durchschimmern kann. Dadurch wirken OLED-Displays gerade in dunkler Umgebung deutlich satter in der Darstellung. Farben erscheinen auf OLED
kräftiger und gesättigter, was z.B. in der Medizintechnik präzise Bildwiedergabe unterstützt.
Energieverbrauch: OLEDs können je nach Bildinhalt energieeffizienter arbeiten – dunkle Bildbereiche sparen Strom, da entsprechende Pixel einfach ausbleiben. LCDs hingegen haben eine stets gleich helle Hintergrundbeleuchtung, was
unabhängig vom Bildinhalt Strom zieht. In der Praxis bedeutet das: Bei überwiegend dunklen oder wechselnden Inhalten erzielt ein OLED-Display einen
geringeren Durchschnittsverbrauch als ein LCD. (Zeigt man hingegen dauerhaft großflächig sehr helle Inhalte, relativiert sich der Vorteil.) Nicht zuletzt erzeugen OLEDs weniger Abwärme – ein Plus in geschlossenene Geräten und bei Batterieanwendungen.
Betrachtungswinkel: Industrial OLED Displays bieten
weite Blickwinkel bis nahe 180°. Selbst seitlich oder von unten/oben bleibt die Darstellung klar erkennbar, ohne Farbinversion oder Kontrastabfall. LCD-TFTs erreichen teils ebenfalls hohe Blickwinkel (v.a. IPS-Panels), doch OLED übertrifft meist sogar diese und zeigt
in allen Richtungen konsistente Bilder – ein entscheidender Faktor, wenn Displays aus verschiedenen Positionen abgelesen werden müssen.
Reaktionszeit: OLED-Displays reagieren
deutlich schneller auf Änderungen. Typische
Response-Zeiten liegen im zweistelligen
Mikrosekunden-Bereich – zum Vergleich: LCDs benötigen oft einige Millisekunden. Damit sind OLEDs prädestiniert für
schnell bewegte Grafiken oder Videoanzeigen. In industriellen HMI-Anwendungen bedeutet dies z.B. kein “Geisterbild” bei schnell aktualisierten Messwerten oder animierten Anzeigen. Selbst bei Temperaturen unter 0 °C bleiben OLED-Schaltzeiten kurz, während LCDs in der Kälte oft spürbar träger werden.
Lebensdauer & Burn-in: Ein Kompromiss der OLED-Technik ist die begrenzte
Lebensdauer der organischen Leuchtdioden. Im Dauerbetrieb sinkt die Helligkeit im Laufe der Zeit allmählich ab (Definitionspunkt ist meist Erreichen von 50% der Anfangshelligkeit). Moderne industrielle OLEDs erreichen hier
mehrere zehntausend Stunden – z.B. über
50.000 h für gelbe/grüne Anzeigen. Allerdings altern einzelne Farben unterschiedlich schnell (blau typischerweise am schnellsten). Bei einfarbigen
monochromen OLED Displays ist dies weniger kritisch, bei Vollfarbe übernimmt das blaue Subpixel oft als erstes die Limitierung.
Burn-in-Effekte können auftreten, wenn fixe Bildinhalte über lange Zeit dargestellt werden – die betreffenden Pixel “nutzen sich schneller ab”, was zu Schattenbildern führen kann. Dieses Phänomen ist von früheren Plasma-Displays bekannt und bei OLED ähnlich. Hersteller begegnen dem durch
Schonmechanismen wie Screen-Saver, Pixel-Shifting oder vorsichtige Luminanzsteuerung. Einige OLED-Module haben z.B. integrierte Bildschirmschoner-Funktionen, um statische Inhalte zu bewegen oder abzudunkeln. In der Praxis ist Burn-in bei
durchdachtem Design (wechselnde Inhalte, moderater Helligkeitsbetrieb) gut beherrschbar.
Temperaturverhalten: Industrielle OLED-Displays sind auf weite
Temperaturbereiche ausgelegt – typisch sind z.B.
-40 °C bis +85 °C Betriebstemperatur. Anders als LCDs benötigen OLEDs keine Flüssigkristalle, die bei Kälte zähflüssig werden oder bei Hitze beschleunigt altern. OLEDs funktionieren daher auch bei
strengen Minusgraden zuverlässig, ohne Verzögerungen. Bei hohen Temperaturen nimmt zwar die Alterung zu, doch hochwertige Module kompensieren das durch geeignetes Materialdesign. Für den
Outdoor-Einsatz bei direkter Sonneneinstrahlung haben OLEDs aufgrund begrenzter maximaler Leuchtdichte noch Nachteile gegenüber speziellen transflektiven LCDs. Jedoch sind OLED-Anzeigen für viele
industrielle Anwendungen im Außenbereich (z.B. Bediengeräte im Schatten, Fahrzeug-Innenräume) mittlerweile ausreichend
hell und robust verfügbar.
Einsatzbereiche von OLED-Displays
- Industrie & Automation: In Fertigungsanlagen, Mess- und Prüfgeräten oder der Maschinensteuerung sorgen OLED-Displays für kontraststarke Anzeigen mit weitem Blickwinkel – ideal etwa für Schaltschrankanzeigen, die aus verschiedenen Positionen abgelesen werden. Industrial OLED Displays (industrielle OLED-Anzeigen) bieten die nötige Robustheit und Temperaturfestigkeit für raue Umgebungen der Industrie. Bedienpanels an Produktionsmaschinen, Laborgeräte oder industrielle Handheld-Terminals nutzen zunehmend OLEDs, um Informationen klar darzustellen. Die hohe Zuverlässigkeit und lange Verfügbarkeit dieser Displays erlaubt den Einsatz in Seriengeräten, bei denen jahrelanger 24/7-Betrieb gefordert ist.
- Medizintechnik: In medizinischen Diagnose- und Überwachungsgeräten spielen OLED-Displays eine entscheidende Rolle. Ihre hochauflösende, kontrastreiche Darstellung unterstützt Ärztinnen und Ärzte dabei, präzise Informationen abzulesen. Beispielsweise kommen in modernen Ultraschallgeräten (mit 21–32″ Bilddiagonale) OLED-Bildschirme zum Einsatz, da das detailreiche Bild mit hohem Kontrast selbst feine Gewebeunterschiede erkennbar macht. Auch tragbare Patientenmonitore oder Laboranalysegeräte profitieren von der klaren OLED-Anzeige – gerade unter variablen Lichtbedingungen im Klinikalltag. Zudem erfüllen medizinische Displays strenge regulatorische Standards, wobei OLEDs durch ihre geringe Wärmeabgabe und hohe Bildqualität überzeugen.
- Automotive (Fahrzeuge): OLED-Displays im Fahrzeug ermöglichen innovative Cockpit-Designs und verbessern die Ablesbarkeit. In Premium-Fahrzeugen kommen mittlerweile gebogene OLED-Bildschirme als Instrumententafeln und Infotainment-Displays zum Einsatz. Diese fügen sich nahtlos ins Armaturenbrett ein und liefern gestochen scharfe Anzeigen – von Tacho und Bordcomputer bis zur Navigation. Dank der selbstleuchtenden Pixel bleibt die Darstellung auch bei grellem Sonnenlicht kontrastreich und gut ablesbar. Nachts verhindern OLEDs mit ihrem tiefen Schwarz zudem Blendungen. Ein weiterer Pluspunkt im Automotive-Bereich ist das geringe Gewicht der Panels: Durch Wegfall von Glasschichten und Backlight sind OLED-Module sehr leicht, was zur Gewichtsreduktion im Fahrzeug beiträgt – jede Einsparung kommt hier z.B. der Reichweite von E-Autos zugute. Hersteller wie LG arbeiten zudem an “Tandem OLED”-Technologien (zweifach gestapelte OLED-Schichten), um Helligkeit und Lebensdauer für Fahrzeugdisplays weiter zu erhöhen – maßgeschneidert für die Anforderungen im Automobil.
- Embedded-Systeme & IoT: Für Entwickler von Embedded Electronics sind kompakte OLEDs äußerst attraktiv. Bereits <1″ kleine OLED Display Module mit SPI- oder I²C-Interface erlauben die Integration einer modernen Anzeige in Mikrocontroller-Projekte. Beispiele finden sich in Wearables (Smartwatches, Fitness-Tracker), tragbaren Messgeräten, Smart-Home-Devices oder als Status-Displays an größeren Geräten. Monochrome OLED Displays (einfarbig, z.B. gelb oder weiß) werden gerne für einfache Text- oder Symbolanzeigen in Maschinen und IoT-Sensoren genutzt – sie bieten extreme Kontraste bei minimalem Schaltungsaufwand. Für grafische Benutzeroberflächen stehen auch farbige OLED-Module (teils mit 16‑Bit RGB-Farbtiefe für 65k Farben, oder 18‑Bit für 262k Farben) zur Verfügung. Embedded-OLEDs unterstützen gängige Schnittstellen (SPI, I²C, paralleles 6800/8080-Interface), was die Ansteuerung mit gängigen Microcontrollern erleichtert. Dank ihres niedrigen Stromverbrauchs eignen sich diese Displays hervorragend für Low-Power-Geräte und Batterieanwendungen. Im Standby-Modus ziehen viele Module kaum Strom (teils <1 mA). Dadurch lassen sich beispielsweise Sensoren mit Statusdisplay realisieren, die jahrelang mit einer Batterieladung auskommen.
Wichtige technische Kennzahlen bei OLED-Displays
Bei der
Auswahl eines OLED-Displays für Ihr Projekt spielen diverse technische Daten eine Rolle. Hier die wichtigsten Kriterien im Überblick:
- Größe (Diagonale) und Auflösung: OLED-Displays gibt es in vielfältigen Formaten – von winzigen 0,6″ Modulen bis hin zu großen Panels über 20″ (Spezialanwendungen sogar bis ~100″). Die Auflösung reicht von einfachen Zeichenanzeigen (z.B. 16×2 oder 20×4 Zeichen) über grafische OLEDs mit 64×48 bis 256×64 Pixel (häufig in Embedded-Geräten), bis hin zu HD- und Full-HD-Auflösungen bei größeren Anzeigen. Entscheiden Sie je nach Anwendung, wie groß das Display und wie fein die Auflösung sein muss – für einfache Werteanzeigen reicht ein kleines alphanumerisches OLED, während für detailreiche Grafiken eine höhere Pixelmatrix erforderlich ist.
- Farbdarstellung: Es sind monochrome und vollfarbige OLED-Module verfügbar. Ein monochromes OLED-Display (einfarbig, z.B. Gelb, Grün, Blau oder Weiß) hat oft Vorteile bei Kontrast und Lebensdauer und genügt für viele Statusanzeigen oder Texte. Vollfarb-OLEDs können 16 Bit oder 18 Bit FarbTiefe darstellen (65k bis 262k Farben), was fotorealistische Grafiken ermöglicht. Für einfache Bedienanzeigen in Industrie sind monochrome Typen beliebt (hohe Klarheit, geringer Software-Aufwand), während z.B. im Medizintechnik- oder Automotive-Bereich farbige OLEDs ansprechendere Benutzeroberflächen bieten.
- Helligkeit und Kontrast: OLED-Displays erreichen eine Leuchtdichte von typ. 100–200 cd/m², in neueren Ausführungen teils noch höher. Durch den hohen Kontrast (dunkle Pixel = aus) wirken Inhalte selbst bei moderater Helligkeit sehr klar. Industrielle OLED-Module bieten meist mindestens ~2000:1 Kontrast, manche monochrome Varianten sogar bis zu 10.000:1. Für Anwendungen im Sonnenlicht sind spezielle High-Brightness-OLEDs (>500 cd/m²) oder Abschirmungen nötig, da Standard-OLEDs in direkter Sonne schwieriger ablesbar sind. In normaler Innen- oder Dämmerungsumgebung genügt ihre Helligkeit aber völlig, zumal keine Hintergrundbeleuchtung gegen das Umgebungslicht “ankämpfen” muss, sondern jedes Pixel selbst leuchtet.
- Schnittstellen und Ansteuerung: Die meisten OLED-Module besitzen einen eigenen Controller-IC, der die Ansteuerung vereinfacht. Häufig sind Parallelschnittstellen (8-Bit 6800/8080-Modus) sowie serielle Schnittstellen wie SPI oder I²C vorhanden. Damit lassen sich OLEDs direkt an gängige Mikroprozessoren und SBCs (Arduino, Raspberry Pi, etc.) anbinden. Viele Zeichen-OLEDs bringen sogar eingebaute Zeichensätze mit (Standardfonts im ROM), was die Textausgabe ohne externe Bibliothek ermöglicht. Achten Sie bei der Wahl auf kompatible Interfaces zu Ihrer Steuerungselektronik. Für größere OLED-Panels (z.B. HDMI/DP-Ansteuerung) gibt es Treiberboards, doch im B2B-Elektronikhandel sind v.a. die kompakten Module mit direkten MCU-Interfaces üblich.
- Lebensdauer: OLED-Hersteller geben die mittlere Betriebsdauer bis 50% Helligkeitsabfall an. Moderne OLED-Displays erreichen hier beachtliche Werte. Gelbe und grüne OLEDs bieten teils bis zu 100.000 Stunden Lebensdauer, rote, blaue und weiße OLEDs bis zu 50.000 Stunden. Diese Angaben beziehen sich auf Laborbedingungen (oft 20–25 °C, moderate Helligkeit). In der Praxis entspricht selbst 50k Stunden über 5,5 Jahren Dauerbetrieb. Für viele industrielle Anwendungen ist das ausreichend, zumal Displays selten 24/7 auf voller Helligkeit laufen. Wichtig ist, genügend Reserve einzuplanen – z.B. das Display nicht stets mit maximaler Leuchtkraft zu fahren, um die Alterung zu minimieren. Insgesamt hat sich die OLED-Lebensdauer durch Materialverbesserungen stetig erhöht und nähert sich in vielen Bereichen der von LCD-Backlights an.
- Temperatur und Umweltbedingungen: Hochwertige OLED-Module sind für extreme Temperaturen ausgelegt. Typische industrielle Spezifikationen decken -40 °C bis +80 °C oder mehr ab. Zudem sind sie meist lötbar für gängige Fertigungsprozesse und kommen mit Feuchtigkeitsschutz (Versiegelung gegen Luft und Feuchte, um die organischen Schichten zu schützen). Einige OLED-Displays werden explizit als schock- und vibrationsfest beworben – wichtig für Automotive und Maschinenbau. Hier lohnt der Blick ins Datenblatt: Ist z.B. ein Display nach MIL-STD-202 oder ähnlichen Normen auf Vibration getestet, können Sie es bedenkenlos an Fahrzeugen oder vibrierenden Maschinen einsetzen. Selbstverständlich erfüllen alle gängigen OLED-Module die RoHS-Richtlinie und sind halogenfrei, viele auch REACH-konform. Für den Einsatz in sicherheitskritischen Umgebungen (Medizin, Automotive) bieten manche Hersteller spezielle automotive-grade OLEDs mit erweiterten Qualitätstests.
Aktuelle Trends und Entwicklungen
- PMOLED vs. AMOLED: Es gibt zwei grundlegende Ansteuerverfahren für OLEDs: Passive-Matrix (PMOLED) und Active-Matrix (AMOLED). PMOLED-Displays nutzen eine zeilenweise Ansteuerung ohne speichernde Transistoren. Sie sind konstruktiv einfach und ideal für kleine Displays bis ca. 2–3 Zoll und niedrige Auflösung (oft alphanumerische Anzeigen oder kleine Grafiken). PMOLED-Module kommen z.B. in einfachen Geräte-Displays, Uhren oder Statuspanels zum Einsatz. Ihr Aufbau ist kostengünstig, allerdings sinkt mit steigender Zeilenzahl die Effizienz – große passive OLEDs müssten jede Zeile extrem hell ansteuern, was die Lebensdauer reduziert. AMOLED-Displays verwenden hingegen eine aktive Matrix aus Dünnfilmtransistoren (ähnlich einem TFT-LCD) zur Ansteuerung jeder Pixelzelle. Dadurch können AMOLEDs beliebig viele Zeilen/Spalten haben und eignen sich für hochauflösende, große Displays (Smartphone, Monitor, TV). In Industrie und Automotive halten AMOLED-Panels nun ebenfalls Einzug, wenn größere Diagonalen mit Videofähigkeit gefragt sind. Viele B2B-Anwendungen kommen jedoch mit PMOLED-Modulen aus – z.B. 128×64 Grafikdisplays oder 2-zeilige Textdisplays –, während AMOLED für anspruchsvolle grafische Interfaces vorbehalten ist.
- Flexible und transparente OLEDs: Die OLED-Technologie ermöglicht flexible Displays, da die lichtemittierenden Schichten auf biegsamen Folien aufgebracht werden können. Bereits heute gibt es OLED-Panels, die sich leicht biegen oder krümmen lassen – eingesetzt z.B. in gebogenen Fahrzeug-Displays oder in faltbaren Smartphones. Für industrielle Anwendungen sind flexible OLEDs noch ein Emerging Trend, bieten aber Potenzial: Etwa gebogene Bedienpanels, die sich an Maschinengehäuse anpassen, oder Wearables mit ergonomisch gekrümmten Anzeigen. Ein weiterer Zukunftstrend sind transparente OLED-Displays. Hierbei wirkt das Panel wie eine Glasscheibe, die Bildinhalte schwebend im Raum darstellt. Solche transparenten OLEDs (derzeit vor allem in ~55″ Größe für Digital Signage verfügbar) könnten künftige Fahrzeug-Head-up-Displays oder Schaufensterdisplays revolutionieren. Sie kombinieren die hohe Bildqualität der OLED mit dem Effekt durchsichtig zu sein, solange nichts dargestellt wird. Allerdings erfordern transparente Varianten aufwendige Kapselung und haben (noch) geringere Lebensdauer, daher sind sie eher in Prototypen und Designstudien zu finden.
- Low-Power-Designs: Ein wichtiger Trend ist die Optimierung von OLED-Modulen für minimalen Stromverbrauch. Da bereits inhärent keine Beleuchtung benötigt wird, sind OLEDs prädestiniert für energieeffiziente Anwendungen. Neue Module bieten Funktionen wie Tiefschlaf-Modi (<1 mA Ruhestrom), automatische Dimmung oder integrierte Bewegungssensoren, um das Display nur bei Nutzung einzuschalten. In IoT-Geräten mit jahrelanger Batterielebensdauer setzt man z.B. auf E-Paper für statische Inhalte und Low-Power-OLEDs für dynamische Statusanzeigen. Zudem ermöglichen es OLEDs, dunkle UI-Themes einzusetzen (schwarzer Hintergrund, helle Schrift) und so den Verbrauch weiter zu senken. Die Entwicklungen gehen dahin, OLED-Panels noch effizienter zu machen – etwa durch neue organische Materialien mit höherer Lichtausbeute oder durch Dual-Stack-OLEDs (Tandem), die bei gleicher Helligkeit pro Schicht mit weniger Strom auskommen. Insgesamt sind OLED-Displays heute schon sehr sparsam – teils nur 1/10 des Strombedarfs vergleichbarer LCDs – und somit ideal für moderne, nachhaltige Elektronik.
- Weiterentwicklungen in der Bildqualität: Aktuell treiben Hersteller die OLED-Technik in Richtung höherer Helligkeit und Lebensdauer. Zum Beispiel kombinieren QD-OLED-Displays Quantum Dots mit OLED, um ein noch breiteres Farbspektrum und höhere Leuchtdichten zu erzielen. Gleichzeitig wird an MicroLED-Displays gearbeitet – diese könnten langfristig eine Konkurrenz darstellen, da sie ähnliche Vorteile (selbstleuchtend, hoher Kontrast) ohne organische Alterung bieten. Doch bis MicroLED in Serie für kleinere Displays verfügbar ist, bleiben OLEDs der Goldstandard für kontraststarke, dünne Displays. In der Zwischenzeit sind Verbesserungen wie bessere Blaumaterialien (für längere Lebensdauer) und intelligente Treiberelektronik (zur Gleichbelastung aller Pixel) wichtige Trends. Auch die Integration von Touchsensoren direkt auf dem OLED-Panel (OLED-Touch-Displays) gewinnt an Bedeutung, um noch schlankere Gerätedesigns zu ermöglichen.
Qualitätsstandards und Langzeitverfügbarkeit
Für
B2B-Einsätze müssen Displays nicht nur technisch überzeugen, sondern auch zuverlässig und langfristig verfügbar sein. Industriegerechte OLED-Displays werden daher nach strengen
Qualitätsmaßstäben gefertigt. Sie durchlaufen Temperatur- und
Umwelttests, erfüllen EMV-Anforderungen und sind oft in einem weiten
Lagertemperatur-Spektrum stabil. So gibt es Module, die
ungeschaltet von -40 °C bis +90 °C gelagert werden können, ohne Schaden zu nehmen – wichtig bei Transport und Lagerung. Im Betrieb sind -40 bis +80/85 °C üblich, sodass sowohl
Outdoor-Anzeigen im Winter als auch hohe Temperaturen in einer Maschinensteuerung abgedeckt werden. Für den
Automotive-Sektor werden OLED-Komponenten nach
AEC-Q100 (für integrierte Schaltkreise) qualifiziert oder nach OEM-Vorgaben getestet, um Vibrations- und Schockfestigkeit im Fahrzeug zu gewährleisten. Mechanisch sind die Module robust aufgebaut: Charakteristische „Glassandwich“-Brüche wie bei LCD (Glas plus Flüssigkeit) entfallen größtenteils, dennoch ist ein gewisses Handling erforderlich, da viele OLEDs auf dünnem Glas basieren. Gehäustechniken (z.B. verstärkte Rahmen oder Verguss) schützen die empfindlichen Schichten vor Stößen.
Normativ halten OLED-Displays alle gängigen
Richtlinien ein, die im Elektronikbereich gefordert sind. Dazu zählen insbesondere
RoHS (Verzicht auf Schadstoffe wie Blei) und
REACH (Chemikalienverordnung).
Luna Electronic als Distributor unterstützt Sie hierbei durch
Obsoleszenz-Management: Wir informieren frühzeitig über Abkündigungen und bieten passende Alternativen an, damit Ihre Fertigung nicht ins Stocken gerät.
Luna Electronic – Ihr Partner für OLED-Displays
Als
autorisierter Newhaven-Display-Distributor ist Luna Electronic spezialisiert auf die Versorgung mit OLED-Displays für
Industrie, Medizintechnik, Automotive und Embedded. Sie profitieren von unserer
engen Partnerschaft mit dem Hersteller: Wir bieten Zugang zum kompletten Sortiment an
Newhaven OLED Displays, seien es kleine 0.66″-Displays,
OLED Character Modules (z.B. 16x2 Text) oder hochauflösende grafische OLED-Module. Dabei erhalten Sie garantiert
Originalware neuester Chargen und können auf unsere Unterstützung bei technischen Fragen zurückgreifen.
Beratung: Unsere Experten helfen Ihnen, aus der Vielzahl an Varianten das passende
OLED Display Module für Ihr Projekt zu wählen. Ob
monochromes OLED-Display für einen einfachen Text-HMI oder vollfarbiges OLED für anspruchsvolle grafische Interfaces – wir klären mit Ihnen Anforderungen wie Größe, Interface, Auflösung, Helligkeit, Montageoptionen und unterstützen bei Musterbestellungen. Durch die
Sie-Anrede und unser technisches Know-how begegnen wir Ihnen auf Augenhöhe und finden effizient die optimale Lösung.
Bemusterung & Support: Für Entwicklungsprojekte stellen wir gerne
Musterdisplays bereit, damit Sie frühzeitig Tests im eigenen System durchführen können. Wir unterstützen bei der Inbetriebnahme (Datenblätter, Initialisierungs-Codes, Timing etc.) und stehen in Kontakt mit Newhaven’s Technik-Team, falls tiefergehende Fragen auftauchen. So beschleunigen wir Ihre Prototypenphase. Auch Sonderwünsche – etwa spezielle Beleuchtungsfarben, andere Steckverbinder oder vormontierte Kabel – können oft über uns realisiert werden, da Newhaven flexible Produktionsoptionen bietet.
Serienbelieferung & Logistik: In der Serienfertigung übernimmt Luna Electronic die zuverlässige
Lieferketten-Betreuung. Wir sorgen für die rechtzeitige Beschaffung der Displays gemäß Ihrem Bedarf, bieten auf Wunsch
Lieferabrufe und
Lagervorhaltung, um Ihre Produktion Just-in-Time zu beliefern. Als Distributor beobachten wir Markttrends und
Availability genau – so können wir bei drohenden Engpässen proaktiv reagieren. Die enge Zusammenarbeit mit Newhaven garantiert kurze Wege bei
RMA-Fällen oder Qualitätsthemen. Kurzum: Mit Luna Electronic haben Sie einen Partner, der nicht nur verkauft, sondern
mitdenkt und Sie über den gesamten Produktlebenszyklus Ihrer Geräte begleitet.
FAQ
Frage 1: Welche Vorteile bieten OLED-Displays gegenüber LCDs?
Antwort: OLED-Displays liefern einen deutlich höheren Kontrast (echtes Schwarz, da keine Hintergrundbeleuchtung erforderlich) und brillante Farben. Zudem haben sie sehr weite Betrachtungswinkel ohne Farbverfälschung. Die Reaktionszeit von OLED-Pixeln ist viel kürzer als bei LCD – bewegte Inhalte werden schärfer dargestellt. OLEDs sind dünner und leichter baubar und bei dunklen Inhalten energieeffizienter als LCDs. Kurz: bessere Bildqualität, schneller und in vielen Fällen stromsparender.
Frage 2: Sind OLED-Displays für industrielle Anwendungen geeignet?
Antwort: Ja. Es gibt spezielle
industrial OLED Displays, die für den Einsatz in Industrie, Automotive und Medizintechnik entwickelt wurden. Solche Module besitzen weite Betriebstemperaturbereiche (typisch -40 °C bis +80 / +85 °C) und robuste Bauformen. Sie sind vibrationsfest montierbar und langfristig verfügbar. Wichtig ist, ein
Industrie-OLED vom Distributor zu beziehen, der Qualitätschargen und Langzeitverfügbarkeit sicherstellt. Viele industrielle OLEDs kommen von Herstellern, die jahrelange Erfahrung haben und entsprechende Normen (z.B. RoHS, teils Automotive-Qualifizierung) erfüllen.
Frage 3: Wie lange hält ein OLED-Display?
Antwort: Die Lebensdauer wird als Betriebszeit bis zum Erreichen von 50% der Anfangshelligkeit angegeben. Moderne OLED-Displays erreichen je nach Farbe 30.000 bis 100.000 Stunden. Monochrome (einfarbige) OLEDs – etwa gelb oder grün – halten am längsten durch, oft >50.000 Stunden. Blaue und weiße OLED-Pixel haben eine etwas kürzere Lebensdauer (z.B. 20.000–50.000 Stunden). In der Praxis entspricht das vielen Jahren Betrieb. Wichtig: Dauerhaft maximale Helligkeit oder statische Inhalte sollten vermieden werden, um Alterungseffekte (Burn-in) gering zu halten. Bei moderater Nutzung sind OLEDs heute für die meisten Projekte
ausreichend langlebig.
Frage 4: Was ist der Unterschied zwischen PMOLED und AMOLED?
Antwort: PMOLED (Passive-Matrix-OLED) und AMOLED (Active-Matrix-OLED) unterscheiden sich in der Ansteuertechnik. PMOLEDs haben keine aktiven Matrix-Treiber; jede Zeile wird nacheinander angesteuert. Dadurch sind PMOLED-Displays einfacher und kostengünstiger, aber in Größe und Auflösung begrenzt (typisch kleine Displays bis ~3 Zoll, z.B. 128×64 oder 16×2 Zeichen). AMOLEDs besitzen in jedem Pixel Dünnfilmtransistoren (ähnlich wie TFT-LCDs), die den Zustand speichern. Dadurch können AMOLED-Displays deutlich größere Bildschirme mit hoher Auflösung treiben (Smartphone-, Tablet- oder TV-Displays). Kurz gesagt: PMOLED für kleine, einfache Anzeigen – AMOLED für große, hochauflösende Displays. In Embedded-Systemen findet man häufig PMOLED-Module, während AMOLED in anspruchsvolleren grafischen Anwendungen (etwa hochauflösende Anzeige, Video) genutzt wird.
Frage 5: Welche Schnittstellen und Formate sind bei OLED-Displays üblich?
Antwort: Kleine und mittelgroße OLED-Module für Industrie/Embedded kommen meist mit
SPI- oder
I²C-Schnittstelle bzw. mit parallelem Mikrocontroller-Interface (6800/8080 kompatibel). Damit lassen sie sich einfach an gängige Controller anschließen. Viele OLED-Displays haben einen integrierten Controller-Chip (z.B. SSD1306, SSD1322 etc.), der diese Schnittstellen bereitstellt und teilweise Zeichensätze oder Grafikbefehle mitbringt. Formate gibt es von einfachen
Character-OLEDs (z.B. 16×2 Zeichen) bis zu
Graphic-OLEDs (Pixelmatrix wie 128×64, 256×64 usw.) in Größen von unter 1 Zoll bis ~5 Zoll im Embedded-Bereich. Größere OLED-Panels (7–15 Zoll und mehr) existieren ebenfalls und nutzen oft standardisierte Interfaces (HDMI/MIPI-DSI/LVDS) über passende Controller-Boards. Luna Electronic führt zum Beispiel
Newhaven OLED-Displays in diversen Größen und Auflösungen – so finden Sie für fast jede Anwendung ein passendes Modul.